Studienüberblick

Verhindert Folsäure Neuralrohrdefekte?

Die wichtigste Studie zur Prävention von Neuralrohrdefekten.

Kernaussage

Folsäure-Supplementierung vor und während der Frühschwangerschaft reduziert das Risiko für Neuralrohrdefekte um 72%.

Die Studienlage

MRC Vitamin Study (1991) – Meilenstein

1.817 Frauen mit vorheriger Neuralrohrdefekt-Schwangerschaft. 4 mg Folsäure/Tag reduzierte das Wiederholungsrisiko um 72%. Diese Studie führte weltweit zu Supplementierungsempfehlungen.

Czeizel & Dudás (1992)

4.753 Frauen. Perikonzeptionelle Multivitamin-Supplementierung mit Folsäure reduzierte erstmalige Neuralrohrdefekte um 93%.

Praktische Einordnung

3 Monate vor Empfängnis beginnen

Folat-Reserven brauchen Zeit zum Aufbau. Ab Kinderwunsch supplementieren.

5-MTHF statt Folsäure

40% der Bevölkerung können Folsäure nur eingeschränkt umwandeln (MTHFR). 5-MTHF umgeht das Problem.

400-800 µg/Tag

Standard-Dosis für Prävention. Bei vorherigem Neuralrohrdefekt: 4 mg/Tag (ärztliche Begleitung).

Weiterführend

Quellen

MRC Vitamin Study Research Group (1991): Prevention of neural tube defects. Lancet

Czeizel AE, Dudás I (1992): Prevention of NTD by periconceptional vitamin supplementation. NEJM