STUDIENÜBERBLICK

Folat und Schwangerschaft: Studienüberblick

Ein niedriger Folatstatus der Mutter ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Neuralrohrdefekten beim sich entwickelnden Fötus (zugelassener EU-Health-Claim, für Frauen im gebärfähigen Alter). Hier ordnen wir die Studienlage ein.

Kernaussage

Ein niedriger Folatstatus der Mutter ist ein Risikofaktor für Neuralrohrdefekte (zugelassener EU-Health-Claim). Die zusätzliche Aufnahme von Folat erhöht bei schwangeren Frauen den Folatstatus. Die Empfehlung gilt für Frauen im gebärfähigen Alter; die Einnahme ärztlich begleiten lassen.

Die Studienlage

MRC Vitamin Study (1991) – Meilenstein

Große randomisierte Studie mit 1.817 Frauen, die nach einer vorangegangenen betroffenen Schwangerschaft eine zusätzliche Folataufnahme untersuchte. Sie gehört zu den Studien, die weltweit zu den heutigen Folat-Empfehlungen für Frauen im gebärfähigen Alter geführt haben.

Czeizel & Dudás (1992)

Studie mit 4.753 Frauen zur perikonzeptionellen Vitaminzufuhr mit Folat. Auch sie stützt den anerkannten Zusammenhang zwischen Folatstatus und Neuralrohrdefekt-Risiko, der dem zugelassenen Health Claim zugrunde liegt.

Praktische Einordnung

3 Monate vor Empfängnis beginnen

Folat-Reserven brauchen Zeit zum Aufbau. Ab Kinderwunsch supplementieren.

5-MTHF statt Folsäure

40% der Bevölkerung können Folsäure nur eingeschränkt umwandeln (MTHFR). 5-MTHF umgeht das Problem.

400-800 µg/Tag

Standard-Dosis für Prävention. Bei vorherigem Neuralrohrdefekt: 4 mg/Tag (ärztliche Begleitung).

Weiterführend
Quellen
  1. MRC Vitamin Study Research Group (1991): Prevention of neural tube defects. Lancet
  2. Czeizel AE, Dudás I (1992): Prevention of NTD by periconceptional vitamin supplementation. NEJM